Die Ernährung beeinflusst die Leistungsfähigkeit des Körpers enorm. Während einer Krebserkrankung müssen viele PatientInnen ganz besonders auf ihre Nahrungsaufnahme achten. Denn oft haben Nebenwirkungen einer Therapie Auswirkungen auf Appetit und Wohlbefinden. Welche Punkte man beachten sollte, haben wir im folgenden Artikel zusammengefasst.

Während einer Therapie muss die Ernährung bei vielen Krebspatienten angepasst werden. Man spricht auch von bedarfsgerechtem Essen und Trinken. Im Vordergrund steht ein guter Ernährungszustand, um Gewichtsverlust sowie Mangelernährung zu vermeiden. Allerdings klingt das oft leichter als es ist. Denn häufig ist eine Krebstherapie von Appetitlosigkeit geprägt.

Nebenwirkungen bekämpfen

Während einer Chemo-, Strahlen- oder Hormontherapie kann es zu Nebenwirkungen kommen. Diese sind aber immer sehr unterschiedlich und damit in ihrer Intensität sehr individuell. Übelkeit, Erschöpfung und Haarverlust sind die häufigsten Nebenwirkungen. Besonderes Augenmerk ist auf die Flüssigkeitszufuhr zu legen, da die Abbauprodukte von zerstörten Zellen über die Nieren ausgeschieden werden. Experten empfehlen mindestens 1,5-2 Liter Flüssigkeit (Leitungswasser, Tees, verdünnte Obst- oder Gemüsesäfte) im Laufe des Tages zu sich zu nehmen.

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Bei vielen PatientInnen kommt es infolge von Reizungen bzw. Schädigung der Zellen zu Problemen mit dem Magen-Darm-Trakt. Um Übelkeit und Erbrechen entgegenzuwirken, empfiehlt die Österreichische Krebshilfe* folgende Tipps:

  • Während der Chemotherapie kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen: bei vollem Magen kommt es häufiger zu Übelkeit oder Erbrechen.
  • Der flaue Magen hält meist 3-4 Tage – in dieser Zeit unbedingt auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten, die Mahlzeiten sollten eher kleiner sein.
  • Bei Übelkeit tief und langsam atmen.
  • Nach dem Essen nicht flach hinlegen, besser etwas aufrecht sitzen.
  • Starke Gerüche (Parfums, Zigarettenrauch, etc.) vermeiden.
  • Kurze Spaziergänge, wenn möglich im Freien, sind gut, aber bitte nicht überanstrengen.

„Wichtig ist, darauf zu achten, dass keine blähenden Lebensmittel konsumiert werden, denn diese können das Unwohlsein verstärken. Auch vor Grapefruits rate ich ab, denn gewisse Inhaltsstoffe darin können Wirkstoffe in Medikamenten erhöhen und Organe schädigen,“ ergänzt Claudia Raffenstetter, BSc, Diätologin und Ernährungsexpertin bei der Österreichischen Krebshilfe Wien.

Ausreichend trinken während der Krebstherapie

Ausreichend Flüssigkeitszufuhr ist während der Therapiezeit enorm wichtig.

Mangel an Appetit

Bei vielen Krebspatienten kommt es infolge der Therapien oft zu Appetitlosigkeit oder frühzeitigem Sättigungsgefühl. Eine solide Ernährung ist aber eine wichtige Voraussetzung für einen guten Therapieverlauf. Daneben verbessert eine optimale Versorgung mit Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen die körperliche Konstitution und damit auch die Lebensqualität von Patienten. Bleibt der Appetit öfter aus, geben Experten folgende Tipps:

  • Finden Sie einen eigenen Essrhythmus – essen Sie dann, wenn Sie Lust darauf verspüren
  • Essen Sie lieber öfter kleinere Mengen, als einmal eine große
  • Achten Sie auf ausreichend Energie- und Eiweißzufuhr
  • Für den kleinen Hunger eignen sich Nüsse, Salzgebäck oder Studentenfutter
  • Essen Sie wenn möglich in Gesellschaft
  • Würzen Sie Speisen nur wenig und vermeiden Sie deftige Gerichte

„Die Ernährungssituation ist von Patient zu Patient höchst unterschiedlich. Während übergewichtige Patienten nicht jedem Hungergefühl stattgeben sollten, macht es bei untergewichtigen Patienten durchaus Sinn, immer kleine Snacks griffbereit zu haben, wenn ein Appetit auftritt.“ (Claudia Raffenstetter, BSc.)

Gewichtsveränderungen

In der Zeit der Krebstherapie kann es auch zu deutlichen Gewichtsveränderungen kommen. Während bei vielen aufgrund des Abbaus von Fett- und Muskelgewebe das Körpergewicht abnimmt, kann es aber auch zur Gewichtszunahme kommen. Es ist z.B. bekannt, dass im ersten Jahr nach einer Brust- oder Prostatakrebsdiagnose Patienten rund 2,5kg zulegen. Der Grund ist meist die Behandlung mit antihormonell wirksamen Medikamenten.

Kommt es hingegen zu einer Gewichtsreduktion, ist es sehr wichtig auf ausreichend kalorien- und eiweißreiches Essen zu achten. Empfohlen wird eine Energieaufnahme von 30-35kcal/kg und Eiweiß von 1,2-1,5g/kg pro Tag. Fragen Sie Ihre behandelnden Ärzte oder Diätologen, wenn Sie Unterstützung benötigen oder Fragen zu Ihrer Ernährung haben. Daneben bietet die Krebshilfe einen sehr hilfreichen Informationsfolder, den Sie weiter unten downloaden können.

*Quelle: Österreichische Krebshilfe Wien

Autorin: Isabella Auer
Bilder: Adobe Stock

Mehr Informationen zum Thema Ernährung erhalten Sie von der Österreichischen Krebshilfe:

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