P aradigmenwechsel in der zielgerichteten Krebstherapie: Lebenserwartung von PatientInnen kann verlängert und Lebensqualität verbessert werden.

Die medizinische Forschung hat in der Krebstherapie in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte erzielt. Fast vierteljährlich werden neue Therapien zugelassen bzw. das Einsatzgebiet der innovativen Immuntherapie um weitere Tumorarten ergänzt. Somit wird die Lebenserwartung der PatientInnen deutlich verlängert und ihre Lebensqualität signifikant verbessert. ExpertInnen sprechen von einer „Revolution in der Onkologie“. Das wurde am bei einer Pressekonferenz an der MedUni Wien bzw. im AKH Wien und damit wenige Tage vor dem Welt-Krebstag (4.2.2017) betont.

Bessere Überlebenschancen

vielen Bereichen der Tumortherapie fanden in jüngster Zeit enorme Entwicklungen statt. Beispielsweise läuft in der Behandlung von Tumoren des Urogenitaltraktes derzeit ein Paradigmenwechsel – diese Tumoren sind nun wesentlich besser behandelbar. „In Abhängigkeit von der Tumorart ist heute Langzeitüberleben auch in fortgeschrittenen Stadien möglich, die früher in kürzester Zeit zum Tod geführt haben“, berichtet Manuela Schmidinger von der Universitätsklinik für Innere Medizin I und Klinischen Abteilung für Onkologie, Programmdirektorin Metastasiertes Nierenzellkarzinom, MedUni Wien/AKH Wien.

Aktuellstes Beispiel ist das Blasenkarzinom, der neunthäufigste Tumor des Menschen. Bisher bestand die Erstlinientherapie bei Metastasierung aus platinhältigen Chemotherapien, viele PatientInnen sind jedoch nicht einmal zu Behandlungsbeginn fit genug dafür. Nach Versagen dieser Therapie standen bisher kaum wirksame Optionen zur Verfügung. Daher war das metastasierte Urothelialkarzinom bisher mit einer schlechten Prognose verbunden.

Comprehensive Cancer Center (CCC) an der MedUni Wien und dem AKH Wien

Einen zentralen Beitrag zu den stetigen Verbesserungen in der Krebsbehandlung leistet das CCC der Medizinischen Universität Wien und des Allgemeinen Krankenhauses Wien unter der Leitung von Christoph Zielinski, zugleich Leiter der Universitätsklinik für Innere Medizin I sowie der Klinischen Abteilung für Onkologie. Das 2010 gegründete CCC vernetzt alle Berufsgruppen der MedUni Wien und des AKH Wien, die KrebspatientInnen behandeln, Krebserkrankungen erforschen und in der Lehre bzw. der Ausbildung in diesem Bereich aktiv sind. Wesentliche Pfeiler sind hierbei u.a. Tumorboards. „Diese stellen die Basis interprofessioneller Therapieempfehlungen in der Onkologie dar und sind Schlüssel zu einer individuellen, bestmöglich abgestimmten Versorgung jeder einzelnen Patientin und jedes einzelnen Patienten unter Einschluss des Wissens aller um die jeweilige Erkrankung sich rankenden Disziplinen“, erklärt Zielinski.

Dr.Christoph Zielinsky

Dr. Christoph Zielinski, Leiter des Comprehensive Cancer Centers; Foto:CCC/Fotografie Sabine Gruber

Des Weiteren wurden sogenannte „Units“ errichtet, die den Bogen zwischen der klinischen Versorgung von PatientInnen mit bestimmten Krebsarten, der klinischen Forschung und der Grundlagenforschung spannen sollen. Darüber hinaus wurde die Plattform für „personalisierte Medizin in der Onkologie“ etabliert. Diese bündelt die Expertise zur individualisierten Behandlung und fördert die Forschungsbemühungen auf diesem Gebiet.

Text: OTS / Medizinische Universität Wien
Bilder: ©fotolia | CCC/Fotografie Sabine Gruber


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